Lars Kempin schreibt am 27. September 2015

Krasse Woche 39

Noch nie hatte ich das Bedürfnis einen Wochenrückblick zu schreiben. Dann kam „KW“ 39 und ich dachte mir, kann man ja mal festhalten. Kinder erzählen auch immer was sie erlebt haben. Im Erwachsenenleben wird vieles zu schnell zur Selbstverständlichkeit. Im Berufsleben daraus business as usual. Das war die letzte Woche keinesfalls. Eher unusual business, wenn man sich die vielen Ereignisse einfach mal bewusst macht.

Am Montag wurde ich mit dem konfrontiert, was im ZEIT Magazin vor ein paar Wochen als neue Achtsamkeitsbewegung beschrieben wurde. Eine Art Gegenbewegung um der permanenten Zerstreuung durch Smartphones und Co. entgegenzuwirken.

Hätte ich am Montagmorgen nicht wieder auf mein iPhone gestarrt, wäre ich achtsamer Beobachter und Zeuge eines Motorradunfalls geworden. So habe ich bloß das Ergebnis gesehen. Zum Glück ging alles glimpflich aus und trotzdem ich kurz darauf meine Bildschirm-Abhängigkeit lauthals verflucht habe, war das Smartphone zwei Sekunden später wieder mein Freund und Helfer, um damit den Krankenwagen zu rufen.

Auf den unschönen Wachmacher am Morgen, folgte eine schöne Neuigkeit. Wir haben nämlich beschlossen mit der ganzen Agentur vier Tage in die Berge zu fahren. Sandra hat ein wahnsinnig geiles Hotel in Österreich klar gemacht. Im Januar heißt es dann „Brand, Brand, wir fahren nach Bra-and!“. Danke Sandra, für die Orga rund um Flug, Hotel, Skigebiet und Terminfindung und fürs Handeln aller persönlichen Wünsche und Fragen, die da jetzt noch lawinenartig auf dich zu rollen werden. Du bist der Kracher!

Dienstag. Berlin. Berlin. Norman und ich fahren nach Berlin. Meine Ex-Kollegen von Burson-Marsteller haben uns zum Kreativworkshop bestellt. Eine Mischung aus Homecoming und Heimspiel. Denn es ging um das Thema Food. Wir verbringen den Workshop Tag bei Launchlabs, die mit „Your Corporate Playground“ ein bisschen Spielplatz Kultur zurück in die abgeklärte Business Welt bringen. Es gibt sogar Perücken für Rollenspiele, wenn es um die Entwicklung von Personas geht. Es ist auch ein Wiedersehen mit Simon Blake, einem Design Thinker, den ich 2009 in Berlin für einen Workshop angefragt hatte, der nie stattfand. Aber Xing und Co. halten uns seither connected. Ein Highlight: Lunchbreak mit Burger von Fräulein Kimchi.Yummy! Aber da lass ich jetzt einfach die Bilder sprechen.

Best Workshop Foooooood #kimchiburger #berlin #pulledpork #bursonmarsteller #bloodactvertising #lunchlabs

Ein von BLOOD Actvertising GmbH (@blood_actvertising) gepostetes Foto am

   

Best Workshop Fooooooood #kimchiburger #berlin #nachos #bursonmarsteller #bloodactvertising #lunchlabs Ein von BLOOD Actvertising GmbH (@blood_actvertising) gepostetes Foto am

Zum Nachtisch gab es dann noch einen Anruf: „Wir würden gerne mit Ihnen zusammenarbeiten.“ Pitch gewonnen. Kräuterschnaps für alle!

Danke an Hardy von Burson-Marsteller für die super Location, das tolle Ambiente und auch für die gute Session. Und danke an alle Bluter, das wir zusammen einen neuen Kunden gewonnen haben. Hammer!

Am Abend bin ich zwar im falschen Stadion und drücke Normans 1. FC Köln die Daumen beim Liga-Duell gegen die Hertha. Am Ende siegen zwar die Berliner, aber im Stadion erlebe ich auf der Anzeigentafel einen Lewandowski 5-Tore-Rekordrausch innerhalb 9 Minuten und den ersten Bundesliga Dreier der Lilien daheim seit 33 Jahren gegen Werder Bremen. „Die Jubel-Festspiele von Wagner“ titelt am nächsten Morgen eine kleine überregionale Zeitung. Mehr geht nicht.

Doch es ist erst Mittwoch. Den beginne ich im Roten-Augen-Flieger nach Frankfurt. Nicht nur in irgendeinem, sondern im Retro-Stlyer der Lufthansa. Das war die Bemalung als mein Vater noch selbst aktiv im Cockpit saß und der FI noch ein Mensch und keine Maschine war.

Retro LH

Unser Kunde OUTFITTER, der zum Kick-Off Meeting eingeladen hat, holt mich netterweise gleich am Flughafen ab und wir fahren zusammen nach Butzbach. Dort hostet die Agentur Signalfeuer das Meeting.

Signalfeuer

Es geht um den anstehenden Webshop Relaunch. Alle Agenturen sind easy. Klickkonzept. SolutionDrive und natürlich die Marketingtruppe von OUTFITTER sorgen für eine komplett ellbogenfreie Zone. Thomas, danke für die warmen Worte zur Einführung von BLOOD in diesem Kreis. Und danke Jana für ein tollen Corporate Design Aufschlag, den ich mit viel Halbwissen aber doppelt so breiter Brust vorstellen durfte.

Danach geht’s zur Family. Normalerweise sehen mich meine bezaubernden Kids und meine noch bezaubernde Freundin erst am Donnerstag oder Freitag. Aber diese Woche ist ja eh alles anders.

Donnerstag. Ich muss nach Gründau zu einem In-Home Interview für einen neuen Kunden. Es geht um das Thema Küche. Es ist das erste Mal, dass ich mit dem Institut Happy Thinking People zusammenarbeite. Das Interview macht Spaß und unsere Probandin plaudert über ihr Leben, ihr Haus, ihr Baby und ihre Küche. Das Leben der Anderen. Intimere Einblicke in die Welt seiner Kunden kann man nicht kriegen.

Das Leben der Anderen

Später ruft mich Norman an. Wir haben einen neuen Kunden. Diesmal geht es um eine Kaffeekette. Sie wollen mit uns zusammenarbeiten. Unser Angebot und Kennenlerngespräch hat sie überzeugt. Pitchfrei. Besser geht’s nicht.

Freitag. Und wieder sitze ich in einer Marktforschung. Diesmal in Frankfurt bei IN VIVO BVA. Für unseren Kunden Hilcona. Diesmal geht es um die Kaufentscheidung am Supermarktregal. Um die hautnah zu erleben, befindet sich im Institut selbst ein kleiner Supermarkt in der Größe eines Tante-Emma-Ladens. Mit dem Unterschied, dass es weder Tante Emma noch eine Kasse gibt. Dafür eine Menge Kameras und Mikrofone, so dass man sich als Einkaufs-Detektiv in der Truman Show fühlt.

Spy Cam

Eine wissbegierige Marktforscherin fragt den Testpersonen Löcher in den Bauch: „Warum haben Sie zu der Packung gegriffen? Was hat Sie dazu bewogen? Von was haben Sie sich leiten lassen?“ Michael von Hilcona und ich sitzen bei Brötchen, Obst und Kaffee hinter den Bildschirmen, kommentieren und notieren. Ich bewundere die Marktforscher, die 60 solcher Interviews machen und dann daraus noch eine Auswertung mit plausiblen Schlüssen aufbereiten, warum welche Marke und welches Packaging nun den Vorzug erhalten hat. Eins ist klar. Es geht um die millimetergenaue Vermessung des letzten Kaufgrunds am Supermarktregal.

Am Nachmittag bin ich bei quäntchen & glück in Darmstadt. Sie unterstützen uns Online bei einem redaktionellen Projekt für die Deutsche Fernsehlotterie. Mehr dazu in ein paar Wochen. Aber das wird ein toller Aufschlag. Und Tobias und Birte sind super Sparringspartner.

Das Wochenende geht viel zu schnell vorbei und endet für die Lilien mit einem famosen 2:2 in Dortmund.

KW 40 kann kommen. Mal sehen wofür das „K“ und das „W“ diesmal stehen.

Einen guten Wochenstart!

Lars

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