Lars Kempin schreibt am 27. September 2015

Krasse Woche 39

Noch nie hatte ich das Bedürfnis einen Wochenrückblick zu schreiben. Dann kam „KW“ 39 und ich dachte mir, kann man ja mal festhalten. Kinder erzählen auch immer was sie erlebt haben. Im Erwachsenenleben wird vieles zu schnell zur Selbstverständlichkeit. Im Berufsleben daraus business as usual. Das war die letzte Woche keinesfalls. Eher unusual business, wenn man sich die vielen Ereignisse einfach mal bewusst macht.

Am Montag wurde ich mit dem konfrontiert, was im ZEIT Magazin vor ein paar Wochen als neue Achtsamkeitsbewegung beschrieben wurde. Eine Art Gegenbewegung um der permanenten Zerstreuung durch Smartphones und Co. entgegenzuwirken.

Hätte ich am Montagmorgen nicht wieder auf mein iPhone gestarrt, wäre ich achtsamer Beobachter und Zeuge eines Motorradunfalls geworden. So habe ich bloß das Ergebnis gesehen. Zum Glück ging alles glimpflich aus und trotzdem ich kurz darauf meine Bildschirm-Abhängigkeit lauthals verflucht habe, war das Smartphone zwei Sekunden später wieder mein Freund und Helfer, um damit den Krankenwagen zu rufen.

Auf den unschönen Wachmacher am Morgen, folgte eine schöne Neuigkeit. Wir haben nämlich beschlossen mit der ganzen Agentur vier Tage in die Berge zu fahren. Sandra hat ein wahnsinnig geiles Hotel in Österreich klar gemacht. Im Januar heißt es dann „Brand, Brand, wir fahren nach Bra-and!“. Danke Sandra, für die Orga rund um Flug, Hotel, Skigebiet und Terminfindung und fürs Handeln aller persönlichen Wünsche und Fragen, die da jetzt noch lawinenartig auf dich zu rollen werden. Du bist der Kracher!

Dienstag. Berlin. Berlin. Norman und ich fahren nach Berlin. Meine Ex-Kollegen von Burson-Marsteller haben uns zum Kreativworkshop bestellt. Eine Mischung aus Homecoming und Heimspiel. Denn es ging um das Thema Food. Wir verbringen den Workshop Tag bei Launchlabs, die mit „Your Corporate Playground“ ein bisschen Spielplatz Kultur zurück in die abgeklärte Business Welt bringen. Es gibt sogar Perücken für Rollenspiele, wenn es um die Entwicklung von Personas geht. Es ist auch ein Wiedersehen mit Simon Blake, einem Design Thinker, den ich 2009 in Berlin für einen Workshop angefragt hatte, der nie stattfand. Aber Xing und Co. halten uns seither connected. Ein Highlight: Lunchbreak mit Burger von Fräulein Kimchi.Yummy! Aber da lass ich jetzt einfach die Bilder sprechen.

Best Workshop Foooooood #kimchiburger #berlin #pulledpork #bursonmarsteller #bloodactvertising #lunchlabs

Ein von BLOOD Actvertising GmbH (@blood_actvertising) gepostetes Foto am

   

Best Workshop Fooooooood #kimchiburger #berlin #nachos #bursonmarsteller #bloodactvertising #lunchlabs Ein von BLOOD Actvertising GmbH (@blood_actvertising) gepostetes Foto am

Zum Nachtisch gab es dann noch einen Anruf: „Wir würden gerne mit Ihnen zusammenarbeiten.“ Pitch gewonnen. Kräuterschnaps für alle!

Danke an Hardy von Burson-Marsteller für die super Location, das tolle Ambiente und auch für die gute Session. Und danke an alle Bluter, das wir zusammen einen neuen Kunden gewonnen haben. Hammer!

Am Abend bin ich zwar im falschen Stadion und drücke Normans 1. FC Köln die Daumen beim Liga-Duell gegen die Hertha. Am Ende siegen zwar die Berliner, aber im Stadion erlebe ich auf der Anzeigentafel einen Lewandowski 5-Tore-Rekordrausch innerhalb 9 Minuten und den ersten Bundesliga Dreier der Lilien daheim seit 33 Jahren gegen Werder Bremen. „Die Jubel-Festspiele von Wagner“ titelt am nächsten Morgen eine kleine überregionale Zeitung. Mehr geht nicht.

Doch es ist erst Mittwoch. Den beginne ich im Roten-Augen-Flieger nach Frankfurt. Nicht nur in irgendeinem, sondern im Retro-Stlyer der Lufthansa. Das war die Bemalung als mein Vater noch selbst aktiv im Cockpit saß und der FI noch ein Mensch und keine Maschine war.

Retro LH

Unser Kunde OUTFITTER, der zum Kick-Off Meeting eingeladen hat, holt mich netterweise gleich am Flughafen ab und wir fahren zusammen nach Butzbach. Dort hostet die Agentur Signalfeuer das Meeting.

Signalfeuer

Es geht um den anstehenden Webshop Relaunch. Alle Agenturen sind easy. Klickkonzept. SolutionDrive und natürlich die Marketingtruppe von OUTFITTER sorgen für eine komplett ellbogenfreie Zone. Thomas, danke für die warmen Worte zur Einführung von BLOOD in diesem Kreis. Und danke Jana für ein tollen Corporate Design Aufschlag, den ich mit viel Halbwissen aber doppelt so breiter Brust vorstellen durfte.

Danach geht’s zur Family. Normalerweise sehen mich meine bezaubernden Kids und meine noch bezaubernde Freundin erst am Donnerstag oder Freitag. Aber diese Woche ist ja eh alles anders.

Donnerstag. Ich muss nach Gründau zu einem In-Home Interview für einen neuen Kunden. Es geht um das Thema Küche. Es ist das erste Mal, dass ich mit dem Institut Happy Thinking People zusammenarbeite. Das Interview macht Spaß und unsere Probandin plaudert über ihr Leben, ihr Haus, ihr Baby und ihre Küche. Das Leben der Anderen. Intimere Einblicke in die Welt seiner Kunden kann man nicht kriegen.

Das Leben der Anderen

Später ruft mich Norman an. Wir haben einen neuen Kunden. Diesmal geht es um eine Kaffeekette. Sie wollen mit uns zusammenarbeiten. Unser Angebot und Kennenlerngespräch hat sie überzeugt. Pitchfrei. Besser geht’s nicht.

Freitag. Und wieder sitze ich in einer Marktforschung. Diesmal in Frankfurt bei IN VIVO BVA. Für unseren Kunden Hilcona. Diesmal geht es um die Kaufentscheidung am Supermarktregal. Um die hautnah zu erleben, befindet sich im Institut selbst ein kleiner Supermarkt in der Größe eines Tante-Emma-Ladens. Mit dem Unterschied, dass es weder Tante Emma noch eine Kasse gibt. Dafür eine Menge Kameras und Mikrofone, so dass man sich als Einkaufs-Detektiv in der Truman Show fühlt.

Spy Cam

Eine wissbegierige Marktforscherin fragt den Testpersonen Löcher in den Bauch: „Warum haben Sie zu der Packung gegriffen? Was hat Sie dazu bewogen? Von was haben Sie sich leiten lassen?“ Michael von Hilcona und ich sitzen bei Brötchen, Obst und Kaffee hinter den Bildschirmen, kommentieren und notieren. Ich bewundere die Marktforscher, die 60 solcher Interviews machen und dann daraus noch eine Auswertung mit plausiblen Schlüssen aufbereiten, warum welche Marke und welches Packaging nun den Vorzug erhalten hat. Eins ist klar. Es geht um die millimetergenaue Vermessung des letzten Kaufgrunds am Supermarktregal.

Am Nachmittag bin ich bei quäntchen & glück in Darmstadt. Sie unterstützen uns Online bei einem redaktionellen Projekt für die Deutsche Fernsehlotterie. Mehr dazu in ein paar Wochen. Aber das wird ein toller Aufschlag. Und Tobias und Birte sind super Sparringspartner.

Das Wochenende geht viel zu schnell vorbei und endet für die Lilien mit einem famosen 2:2 in Dortmund.

KW 40 kann kommen. Mal sehen wofür das „K“ und das „W“ diesmal stehen.

Einen guten Wochenstart!

Lars

Lars Kempin schreibt am 9. Juni 2015

Pitch verloren und trotzdem gewonnen

Mad Men(Bild: mezclaconfusa, CC BY 2.0)

 

Vor ein paar Tagen sind wir aus einem Agenturwettbewerb in der zweiten Runde ausgeschieden. Es gibt schönere Nachrichten. Aber auch schlimmere. Dieses Mal war sowieso irgendetwas anders. Denn wir fühlten uns weder traurig noch enttäuscht. Im Gegenteil. Wir waren fast ein wenig erleichtert, weil mit der Absage die Erkenntnis wuchs, dass wir eh nicht der richtige Partner für den potenziellen Kunden gewesen wären. Der hatte zwar unser kreatives Potenzial und die gute Vorbereitung gelobt, aber am Ende waren ihm unsere Beraterhosen nicht dick genug. Ja, ist klar! Postrationalisierung und so. Kognitive Dissonanzen muss man sich ja schließlich schön reden. Stimmt auch, aber die Begründung für die Absage hat es uns leicht gemacht.

Auf die Frage nämlich, ob der Weg in die Fernsehwerbung der richtige sei, um die Marke nach vorne zu bringen, waren wir aus Sicht des Kunden nicht bestärkend genug. Unsere Antwort war ihm zu differenzierend. Sätze wie, „kommt auf das Budget an“, „auf die Menschen, die Sie erreichen wollen“, „ja, Bewegtbild kann viel bewegen, aber dafür muss es nicht unbedingt im linearen Fernsehen im Werbeblock laufen“, „wäre gut, wenn sich das eine Media-Agentur noch mal ansieht“ und „wir würden lieber erst mal in die Entwicklung einer Idee investieren“, lieferten leider nicht die gewünschte Bestätigung. Beim Entscheidungskomitee haben wir uns damit disqualifiziert. Abgesehen davon hatte unser Auftritt zu viel Understatement. Man sollte seine Erfolge schon feiern und der Eigenwerbung mehr Raum geben, empfahl man uns im Nachgang.

Die Erwartung des potenziellen Kunden war also, dass die Kreativ-Agentur die Frage abnickt, ob TV das Medium der Wahl ist, ohne irgendeine Budgetzahl zu kennen. Reflektion i. S. eines dialektischen Gedankenaustauschs war da wenig opportun. Eher, dass wir uns in der Manier des allwissenden Beraters rund ums Thema Marke und Kommunikation selbstverliebt und entschlossen in Szene setzen und so dem Kunden ein entlastendes gutes Gefühl geben.

Thilo Specht hat in der t3n über diesen Berater-Typ einen sehr lesenswerten Beitrag mit dem Titel „Mein Berater, mein altkluger Algorithmus“ geschrieben. Seine Kernaussage ist, dass Berater sich gerne mit reißerischer und beflissener Allwissenheit Aufmerksamkeit erkaufen. Beiträge wie „Die zehn Geheimnisse erfolgreicher Markenführung“ und „15 Rezepte für erfolgreiches Content Marketing“ werden Algorithmus optimiert verfasst, um viele Clicks zu erzielen. Diese Click-Baiting-Berater-Kultur hat die inhaltliche Substanz eines Luftballons und dient allenfalls der Profilierung des Verfassers. Gespickt mit Trivialitäten und Gemeinplätzen wird aus heißer Luft der branchenübergreifende Goldstandard für alle kommunikativen Fragen definiert. Ein Patentrezept für alle. Das hat noch nie funktioniert.

Auch in Pitch-Situationen gibt es genug Agenturen und beratende Eitelkeiten, die es beherrschen, den nach Bestätigung suchenden Kunden perfekt zu bedienen. Und wenn dafür das Patentrezept „TV-Werbung“ als Garant für erfolgreiche Markenbildung von allen Beteiligten frenetisch gefeiert wird. Interessanterweise wurde für fritz-kola noch nie im TV geworben und dennoch ist es eine äußerst erfolgreiche Marke.

Fakt ist, wir sind denkbar ungeschickt, wenn es darum geht, Kunden nach dem Mund zu reden. Und wir haben leider auch nicht das Auftreten des allwissenden Beraters. Aber darauf steht ja glücklicherweise auch nicht jeder Kunde. Insofern gilt für uns: Dicke Hosen stehen uns nicht, also tragen wir sie auch nicht. Eine vielleicht triviale, aber für uns wichtige Erkenntnis – sozusagen der Gewinn aus dem verlorenen Pitch. Und weil man sich davon nichts kaufen kann, trinke ich heute Abend Whisky und gucke Mad Men.

giphy

Lars Kempin schreibt am 8. Mai 2015

Wenn der Einkauf auf Agentursuche geht

Shotgun Wedding

(Bild: Shotgun Wedding by Ms. Phoenix, CC BY 2.0)

Vor ein paar Tagen bekommen wir eine E-Mail von einer nicht ganz unbekannten Marke. Eine Marke, die viele von uns täglich und ganz selbstverständlich nutzen. Und von der die meisten von uns ein positives Bild haben dürften. Dieses Bild hat jetzt gewaltige Kratzer. Der Lack ist ab. Zumindest bei uns. Was ist passiert?

In der besagten E-Mail ging es um eine Ausschreibung für eine crossmediale Kampagne. Adressiert war sie recht unpersönlich an unsere hello@-Adresse mit „Sehr geehrte Damen und Herren“. Von da an war klar, hier spricht nicht das Marketing, sondern der Einkauf. Hier wird kein Partner, sondern ein Lieferant gesucht. Hier spricht jemand distanziert im Auftrag von. Hier handelt es sich um eine Ausschreibung an die Masse, nicht um eine Ausschreibung mit Klasse. Hier geht es nicht um den Aufbau einer Beziehung, sondern um Zweckdienlichkeiten. Und so zog sich der Duktus im Anschreiben durch, immer nach dem Gebot, der Zweck heiligt die Mittel. Da darf man auch über Rechtschreibfehler hinwegsehen – ich bitte euch, darauf kommt es doch wirklich nicht an. Wer hat schon Zeit fürs Korrekturlesen. Hauptsache die Fakten kommen schnell und effizient auf den Tisch.

Das Ganze gipfelte dann im Anhang. Statt eines Briefings, das üblicherweise in einem Textdokument verfasst ist, gab es eine Excel-Tabelle mit drei Laschen. Einige Spalten waren leer und sollten mit Agenturangaben ergänzt werden. Auch hier wurde schnell klar, dass das Format nur einem Zweck dient: der schnellen Addition von Preisen und den Agentur-Dienstleistern möglichst wenig Platz für umschweifende Antworten einzuräumen.

Einige Fragen bezogen sich auf die Nutzung von Produkten des Unternehmens. Spätestens an dieser Stelle schlug die immer schlechter werdende Laune in Ärger um. Ist klar, wenn man schon so eine Massenausschreibung macht, kann man ja gleich noch eine kostenlose Marktforschung integrieren. Ja, der Einkauf. Ist er nicht gerissen und immer im Sinne der Effizienz ein schlaues Kerlchen?

Übrigens wurden Umsatzzahlen mit der Selbstverständlichkeit einer Telefonnummer abgefragt. Aber im Gegenzug dazu wurde nicht ein einziges Wort darüber verloren, ob der Auftraggeber für die abgefragten Konzepte ein Pitch-Honorar zahlt, also die teilnehmende Agentur mit einer Aufwandsentschädigung honoriert. Das ist wirklich ganz großes Kino.

Liebe Einkäufer – sollten Sie in Zukunft bei Ihrer Agentursuche an unserer Tür vorbeikommen, gehen Sie bitte schnell weiter. Wir kaufen nichts. Egal wie groß, schick und schillernd Ihre Marke oder Ihr Unternehmen auch sein mag.

Lars Kempin schreibt am 16. September 2014

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal: Seminar halten

Beitragsbild

Intern war gestern

 

Es brauchte erst ein Seminar, um meine Sicht auf die Interne Kommunikation zu verändern. Oder besser den Blick dafür zu schärfen. Ein Seminar, für das mich das imk (Institut für Marketing und Kommunikation) Wiesbaden als Dozent engagiert hat, damit ich den MBA-Studenten das Thema näher bringe. Schnell war mir klar, dass ich vier Tage Frontalunterricht nicht überleben würde, sondern die Studenten und mich nur über eine explorative und workshopartige Veranstaltung bei Laune halten könnte. Und dass ich dafür einen kongenialen Co-Dozenten brauchte. Der war schnell gefunden. Thilo Specht, mein ehemaliger Kollege bei Burson-Marsteller und jetzt Kopf hinter cluetrain PR , ist so ein Typ, mit dem man über ein Thema dozieren kann, auch ohne Track Record oder Visitenkarte, auf der „Experte für Interne Kommunikation“ steht.

Aber wie entscheidend ist das eigentlich? Ist es nicht vielmehr eine Bereicherung, sich mit acht Studenten vier Tage lang gemeinschaftlich einem Thema zu widmen? Ist es nicht genau das, was Interne Kommunikation erreichen will? Den Austausch von Informationen innerhalb einer Gemeinschaft, der klüger macht und einen emotional packt?

Interne Kommunikation ist alles andere als tote Materie. Leider wird das Thema oft so behandelt. Wer sie als dröge Disziplin versteht und entsprechend schnarchig vermittelt, ignoriert, dass es Mitarbeiter gibt, die wegen schlechter oder nicht vorhandener Interner Kommunikation kündigen bzw. dauerhaft demotiviert über das Firmengelände schlurfen. Interne Kommunikation ist vor allem Empirie. Etwas, was jeder kennt, der schon mal einen Fuß in ein Unternehmen gesetzt hat. Sei es als Praktikant, Festangestellter, Freelancer, Abteilungsleiter oder vielleicht sogar Chef. Wir haben also alle etwas zu Interner Kommunikation zu sagen, weil es uns alle angeht und betrifft.

Unser Gegenüber – die acht MBA-Studenten des imk – waren bereit, sich auf eine interaktive Durchdringung des Themas einzulassen. Nach einer kurzen Einführung in das Selbstverständnis der Internen Kommunikation, die sich einerseits als strategische Führungsaufgabe und andererseits als operatives Instrument versteht, haben wir über drei Ziele gesprochen: Mitarbeiter informieren, sie befähigen und motivieren und emotional an das Unternehmen binden. In den Gesprächen mit den Studenten wurde deutlich: Interne Kommunikation ist vor allem eins, ein leidgeprüftes Kind. Denn es gibt kaum ein Unternehmen, in dem sich die Mitarbeiter nicht darüber beklagen, dass schlecht kommuniziert wird.

Ein unbefriedigender Ist-Zustand insbesondere deshalb, weil die Interne Kommunikation ein Spiegel der Unternehmenskultur ist. Die Verantwortung intern besser zu kommunizieren, aber am liebsten weg – weit weg – delegiert wird, obwohl alle Mitarbeiter, die in einem Unternehmen verbunden sind, jeden Tag aktiv miteinander kommunizieren. Also selbst mitprägen und mitgestalten, wie miteinander gesprochen wird. Aber unterm Strich soll es der Chef richten oder eine Abteilung, die in großen Konzernen Unternehmenskommunikation heißt. Kann das funktionieren?

Oder anders gefragt: Kann Interne Kommunikation, die entweder so rudimentär praktiziert wird, dass sie einem Phantom gleicht oder als Appell von der Kanzel der Chefetage monodirektional an die Belegschaft gepredigt wird, ihr Potenzial entfalten? Und was ist eigentlich intern und was extern?

Schließlich leben wir in einer Zeit, in der wir uns über Soziale Medien potenziell mit jedem und allen in der Welt mit einem Klick vernetzen können und der Informationsfluss weder vor der besten Firewire, noch vor dem grimmigsten Pförtner kapituliert. Informationen diffundieren – je nach Brisanz – in weitere Teilöffentlichkeiten hinein und so manche macht eine steile Themen-Karriere. Der Karriere-Höhepunkt ist dann die Nachricht im öffentlichen Raum. Mit Schlagzeile und Unkenrufen gespickt, wie schlecht die Interne Kommunikation mal wieder gelaufen sei. Dabei war es doch nur eine vertrauliche Information, die in Form eines internen Memos an den Führungskreis ging.

Ist es ist nicht an der Zeit, die alten Begrifflichkeiten „Interne“ und „Externe“ Kommunikation neu zu denken und ihren ursprünglichen Mandatsträger ein neues Selbstverständnis mitzugeben? Ja, dachten wir. Und das Manifest für Interne Kommunikation war geboren. Ein Manifest, das wir gemeinsam mit den Studenten entwickelt haben. Rauchsäule inklusive. Danke Jess!

Manifest Interne Kommunikation

Weitere Motive in höherer Auflösung zum Angucken, Teilen oder Liebhaben gibt es übrigens auf Pinterest.

 

Ein neues Selbstverständnis

Weil Interne Kommunikation im Zeitalter der totalen Vernetzung auch immer öffentlich ist, sind Mitarbeiter nicht als Adressaten, sondern als eigenständige Zielgruppe, Multiplikatoren und Botschafter zu begreifen. Wie wir reden und was wir reden, schweißt uns zusammen oder auseinanderdriften. Interne Kommunikation kann somit integrieren oder ausgrenzen. Im besten Fall entfaltet sie sich als integrale Kraft aus der Mitte des Unternehmens heraus und wirkt identitätsstiftend nach innen und imagebildend nach außen.

Dabei helfen die Limbic Map bzw. die Limbic Types, mit denen sich die limbische Prägung herausfinden lassen. Gemeint ist damit der emotionale Antrieb, der die Handlungen und Entscheidungen jedes Individuum und damit auch Mitarbeiters bestimmt. Diese Prägung ist auch für unsere Berufswahl mit entscheidend. Das bedeutet, dass man Buchhalter, Vertriebler, IT’ler, Marketeers etc. nur dann mit einer Botschaft abholt, wenn man sie emotional entsprechend ihrer individuellen Prägung packt – und nicht bloß mit ein und der selben rationalen Ansprache, die am besten noch mit Informationen überladen ist – flutet. Oder wie Jutta im Seminar viel treffender sagte: besudelt.

 

State of the World Address vs. Trip to Silicon Valley

 

Zwei Videos, die unterschiedlich nicht sein könnten. Beide adressieren Mitarbeiter, aber auch externe Zielgruppen und verkünden etwas Neues. Das Springer-Video hat wenig Informationsgehalt, dafür authentische Zitate und eindrucksvolle Bilder. Mit dem Ergebnis, dass man den Transformationsprozess emotional begreift. Die neue Unternehmenskultur wird vorgelebt. Und am Ende fällt es einem wahrscheinlich gerade deswegen auch so verdammt schwer, Springer für dessen Offenheit, Transparenz und Bemühungen ein digitales Medienhaus zu werden, nicht zu mögen.

Dagegen wirkt René Obermann wie ein Zinnsoldat. Der Ex-Chef der Telekom predigt zwar nicht von der Kanzel (es ist ja nur ein gewöhnlich weißer Hintergrund), dafür appellativ und voll gepackt mit Informationen. Informationen, die mit unserem Kortex sprechen, also mit unseren kognitiven Teil des Gehirns. Mit dem Resultat, dass unser limbisches System nicht anspringt und wir nach kurzer Zeit auf Durchzug schalten. Interessant ist übrigens auch, dass erst die Presse und dann die Mitarbeiter informiert wurden. Zumindest klingt es so. Aber das nur als Randnotiz.

 

Integral oder voll egal

Während des Seminars wurde mir auch wieder bewusst, wie sehr der Raum, in dem man sich befindet, die Kommunikation und Leistungsbereitschaft prägt. Am zweiten Tag haben wir im Innenhof des imk den Grill angeschmissen und draußen in der Sonne verbracht. Meine Überzeugung, dass Rudeltexten – also das Erarbeiten von Texten in der Gruppe noch dazu erschwert durch massive Sonneneinstrahlung – nicht fruchtet, wurde eines Besseren belehrt. Es funktionierte sogar phänomenal. Das Ergebnis dieses Prozesses ist unser Manifest. In einer Sache gemeinsam aufzugehen, kann so einfach sein: Sorge für ein gutes Raumgefühl. Drinnen oder draußen. Schmeiß den Grill an. Leg ordentlich was auf. Beteilige alle Anwesenden beim Entstehungsprozess und jeder wird sich mit dem Resultat identifizieren.

Interne Kommunikation hat für mich heute mehr denn je eine integrale Funktion, die eine Wertegemeinschaft, wie es Unternehmen nun mal sind, zusammenhält. Gerade weil die Grenzen zwischen intern und extern so fließend und durchlässig sind, braucht man ein stabiles Inneres. Einen harten Kern. Den kann ich nur formen, wenn alle im Unternehmen daran mitformen. Das wiederum geht nur, wenn sich alle mit dem Unternehmen identifizieren. Dafür müssen Mitarbeiter mitgestalten dürfen. Interne Kommunikation ist deshalb immer eine Gemeinschaftsaufgabe. Als Chef oder Kommunikationsleiter muss ich den Kommunikationsstil vorleben und auf den drei Ebenen, informativ, edukativ und emotional, die richtigen Kommunikationsinstrumente installieren.

Dreht es wie ihr wollt. Für mich gibt es nur einen Weg, Menschen für eine Sache zu mobilisieren: Es ist der Weg der Integration und der steigert die Integrität. Dafür war das Seminar das beste Beispiel.

Und deswegen ist für mich der Begriff „Interne Kommunikation“ auch nicht mehr zeitgemäß. Denn er assoziiert meist eine Top-Down-Praxis und tut vor allem so, als ob Kommunikation an Unternehmensgrenzen halt mache. Beides setzt die falschen Signale. Manchmal muss man eben ein Seminar halten, um auf neue Gedanken zu kommen. Die habe ich jetzt:

Interne Kommunikation ist tot. Es lebe die Integrale Kommunikation!

 

Lars Kempin schreibt am 1. Mai 2014

Hallo Welt!

Das gleichnamige Album von Max Herre ist nicht nur besonders hörenswert, “Hallo Welt!” ist auch der Name des Auftaktsongs und ein passendes Leitmotiv für alles, was gerade neu beginnt. Das schließt dieses Blog und diese Website mit ein. Ja, und natürlich, auch diese Agentur. Also drückt Play und lauscht zu “Hallo Welt!”, wenn ihr diese Zeilen lest.

Norman und ich freuen uns seit Mai 2013 jeden Tag, dass wir den Schritt gemacht haben, BLOOD Actvertising zu gründen, Ausrichtung und Erscheinungsbild festzulegen, Kunden – und seit kurzem auch die ersten Mitarbeiter – zu überzeugen, sich mit uns auf eine Reise zu begeben. Eine Reise mit unbekanntem Ziel. Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön für das Vertrauen.

Auch wenn wir beide darauf achten unsere Ausgaben im Griff zu halten und uns beispielsweise bislang lieber in Bürogemeinschaften eingenistet haben als eigene Räume anzumieten, wissen wir natürlich, dass so eine Gründung gehörig nach hinten los gehen kann. Gerade im Bereich Kommunikation, ist es ja nicht so, dass irgend jemand weiche Knie oder feuchte Augen kriegt, wenn eine weitere Agentur den eh schon aufgeblähten Markt noch mehr aufbläht. Tim Koch von der tsac Vertriebs GmbH, hat seine Start-Up-Situation sehr treffend mit, “zwischen Pleite und Welterfolg ist bei uns alles noch drin”, beschrieben.

Das man sich als Neugründung irgendwo zwischen diesen Extremen bewegt, damit haben wir uns abgefunden. Es ist ein Risiko, das wir aber gerne eingehen, weil das Gefühl innerer Zufriedenheit überwiegt. Die Euphorie eine eigene (Agentur-)Marke zu besitzen, trägt uns wie Wellen zu neuen Ufern. Und letztendlich macht der Charme der Unvorhersehbarkeit ja auch genau den Reiz einer Gründung aus.

Das hören wir auch immer wieder, wenn wir Unternehmerpersönlichkeiten wie Tim Koch für Marken-Made-in-Germany porträtieren. Unsere persönliche Auseinandersetzung mit Marken und Machertypen; mit Persönlichkeiten, die uns inspirieren und von denen wir lernen. Entscheidend ist, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Wer sich traut, gewinnt Vertrauen – in sich selbst und sein Unternehmen. Es braucht ein naives Maß an Selbstüberschätzung gepaart mit viel Leidenschaft für die Sache. Mit dieser Voraussetzung nimmt man dann auch so manche Hürde auf dem Weg, von der man gar nicht wusste, dass sie im Weg steht. Die ersten Gehversuche als Unternehmer ähneln mehr einem Stolpern als Michael Jacksons Moon Walk. Plötzlich steht man da mit seinen rohen unausgegorenen Plänen. Da hilft dann nur ansteckender Enthusiasmus und stoische Beharrlichkeit. So oder so ähnlich beschreiben eigentlich alle Macher ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit.

Roh ist auch unser Schriftzug “BLOOD”. Den finden nicht alle harmonisch und formvollendet. Unausgegoren und unruhig, sei er nach Meinung einiger Designer und Kommunikationsprofis. Selbstkritisch betrachtet fühlt er sich in Präsentationen hin und wieder wie ein Fremdkörper an. Nicht in unseren eigenen, aber in denen unserer Kunden, die unseren Schriftzug einbauen, um zu zeigen, wer sie jetzt bei der Kommunikation unterstützt. Besonders störend wirkt er auch auf Firmenschildern, auf denen viele Logos in friedlicher Koexistenz nebeneinanderstehen. Wie zuletzt in der Bürogemeinschaft von Loma Linda. Es sieht dann so aus, als passe unsere Marke nicht so recht in die Welt der wohl proportionierten und harmonischen Firmenlogos. Oder anders formuliert: Ohne unseren Schriftzug hätte das Türschild besser ausgesehen.

Loma-Linde

 

Aber genau deswegen gefällt uns der Schriftzug so gut. Es ist ein Statement. Ein bisschen Misfit zu sein, war ja eh noch nie verkehrt. Denn das Perfektionierte, das Hochglanzgelackte, das Kanten- und Eckenfreie – an all dem haben wir uns in den letzten Jahren recht satt gesehen. Außerdem hat das “Unruhige” auch was Aktionistisches. Da steckt Bewegung drin. Ein Spiegel dessen, dass die Dinge da draußen in Bewegung sind.

Wir beobachten seit längerem ein paar Entwicklungen, die Zuversicht geben, dass sich in der überwiegend recht konservativen Marketingwelt was tut. Haltung und Einstellung scheinen sich in einigen Grundsätzen nachhaltig zu ändern. Es gibt eine Öffnung hin zu mehr Substanz, Toleranz und Mut. Pionier- und Probiergeist schlagen Dogmatismus. In den nächsten Absätzen wollen wir versuchen zu erklären, was wir meinen.

 

CONTENT – NICHT KÖNIG, ABER ETWAS WORÜBER MAN SPRICHT
Sachar Kriwoj, Global Head of PR & Communications für Glossybox und Blogger hat als Gastautor auf Content Marketing, einer Publikation des Content Marketing Institut über die Genese des Web 2.0 zum Content Marketing geschrieben. Seine Beobachtung: Während beim “Web 2.0″ noch große Ablehnung vorherrschte, bei “Social Media” das große Abwägen und Zweifeln einsetzte, hat sich spätestens mit “Content Marketing” die Debatte, ob Unternehmen da mitspielen sollten, in Richtung, wie können Unternehmen da mitspielen, gedreht. Eine Beobachtung, die wir teilen und die zeigt, dass die schillernde Werbefassade und kampagnenorientierte Flighting-Strategie nicht mehr ausreichen, um als Marke langfristig glaubwürdig zu sein. Wir glauben, dass substanzielle und nützliche Inhalte sowie interaktions- und dialogorientierte Kommunikation, die während und vor allem zwischen den Kampagnen-Flights mediengerecht auf diversen Kanälen stattfindet, heute den entscheidenden Unterschied machen.

 

KEINE ANGST, DIE WOLLEN DOCH NUR SPIELEN
Im Design Magazin PAGE war Anfang 2013 vom Post-Branding die Rede. Eine Art Befreiungsschlag und Ausbruch großer Marken aus dem Korsett eng definierter und seitenschwerer Corporate Design Manuals. Die Idee dahinter ist ebenso einleuchtend wie überzeugend: Agentur-Partnern, also den Experten für Design, stärker zu vertrauen und sie mit dem Marken-Erscheinungsbild experimentieren zu lassen. Denn eine konsistente Markenstory manifestiert sich weniger in der Umsetzung als in der Markensteuerung. Ist man ein souveräner Steuermann, überlässt man auch mal seinen Fans ein Stück Deutungshoheit über ihre Lieblingsmarke. Warum nicht mal einen Messestand oder Pop-Up-Store von Künstlern ganz frei, ohne jegliche Vorgaben, gestalten lassen und am Ende sogar auf das millionenschwere Absenderlogo verzichten? Konsequentes Debranding statt der sonst üblichen Norm “make-the-logo-bigger”. Welche Branding-Effekte ein nicht gebrandeter Gegenstand erzielen kann, habe ich erst kürzlich bei meinem Stadtfahrrad von der Marke MIFA erlebt. Da habe ich vor der ersten Fahrt sämtliche Aufkleber mit Hinweisen auf die Marke entfernt. Seitdem sprechen mich Freunde und Bekannte auf das Fahrrad an und wollen wissen, was das für eine Marke ist. Weniger kann so viel mehr sein.

 

PLEASE, TOUCH THE FUCKING LOGO!
Google zeigt uns seit Jahren den spielerischen Umgang mit dem Erscheinungsbild des eigenen Logos und lässt den Marketing Grundsatz, “never touch the fucking logo”, alt und tradiert aussehen.  Das MIT Media Lab verzichtet sogar ganz auf ein statisches Logo und setzt stattdessen auf generatives Design. Drei Formen werden durch einen Algorithmus immer wieder neu kombiniert. Das soll die individuellen Fähigkeiten des MIT Lab und den Input, den jeder einzelne Forscher leistet, betonen. Jeder Fachbereich und jeder Mitarbeiter erhält so seine einzigartige und individuelle Logovariante.

 

 

GUTER GASTGEBER STATT AUFDRINGLICHE SELBSTINSZENIERUNG
Marco Spiess hat in seinem Buch “Branded Interactions – Digitale Markenerlebnisse planen und gestalten” anschaulich beschrieben, wie sich aus der Betrachtung von Marke, User und Business Modell neue Interaktionen designen lassen. Mit Design ist hier keinesfalls nur der Look von Nutzeroberflächen gemeint, sondern die Gestaltung von Interaktionsmomenten zwischen User und Marke über unterschiedliche Touch Points.
Die Anhänger der Design Thinking Schule raten zum Instant Prototyping, zum Verwerfen und wieder neu machen. Iterative Prozesse mit manifesten Zwischenergebnissen statt verkopfter, aufgeblähter, strategischer Pläne mit mangelnder Erdung in unserer Lebenswirklichkeit.
Für uns sind das Anzeichen dafür, dass Menschen mit ihren konkreten Bedürfnissen und nicht Marken und Unternehmen mit ihren Absichten, im Fokus stehen. Marken, die verstehen, dass nicht sie Zentrum des Universums sind, sondern ihre Nutzer, geben sich wie ein guter Gastgeber, der im Hintergrund die Fäden zieht. Dass diese Denke auch in der klassischen Kommunikation angekommen ist, zeigt der Google Maps TV-Spot “Lars und Isa: Zwei gegen die Flut.”

 

 

DIE EINZIGE KONSTANTE IST DIE VERÄNDERUNG
Eine weiteres spannendes Phänomen unserer Zeit beschreibt Peter Kruse, Wissenschaftler im Bereich der Organisationspsychologie und Unternehmensberater. Er spricht vom Spagat zwischen Stabilität und Instabilität, den Unternehmen erst noch lernen müssen. Es geht dabei um die schmerzliche Einsicht, dass in unserer komplexen Welt die Fähigkeit verlässlicher Vorhersagen zum reinen Wunschdenken mutiert ist. Daraus folgert Systemtheoretiker Kruse die Notwendigkeit, Komplexität im Unternehmen zu kultivieren, denn so könnten sich Unternehmen schneller an neue Gegebenheiten anpassen und langfristig ihre unternehmerische Existenz sichern. Diversity heißt das Zauberwort. Und wer Vielfalt lebt, der erzeugt im Unternehmen Komplexität und kann so den komplexen Anforderungen von außen besser die Stirn bieten, weil er in der Lage ist, aus sich heraus Neues entstehen zu lassen.

Einerseits liefert das eine Erklärung dafür, dass die bisherigen Marketing- und Kommunikationskonzepte mit langen vorausschauenden Planungshorizonten begrenzt  mit unserer kurzlebigen und hochvernetzten Welt kompatibel sind. Andererseits ist das eine Aufforderung an Unternehmen stärker auf Vielfalt in Form von unterschiedlichen Typen, Lebensentwürfen und Erwerbsbiographien zu setzen, Strukturen für Vernetzung zu schaffen und den Anders- und Querdenkern, den vermeintlichen “Störern”, Raum zur Entfaltung zu geben.

Eine paradoxe Herausforderung, denn Kunden und Mitarbeiter verlangen zurecht nach Stabilität, Verlässlichkeit und Sicherheit. Das Gehalt soll pünktlich aufs Konto, der Job on time abgeliefert werden etc. Gleichzeitig wollen und brauchen Kunden innovative und intelligente Kommunikationslösungen, die den komplexen Marktsituationen gerecht werden. Und motivierte, gute und treue Mitarbeiter bekommen Sie auch nur dann, wenn Sie Raum für kreatives Chaos zulassen. Als junge Firma, wie wir, will man ein verlässlicher Partner sein. Dabei darf man wohl nie vergessen, dass das nicht nur Stabilität, sondern auch Instabilität erfordert. Denn was nutzt es einem, wenn man die Jobs zwar on time abliefert und Mitarbeiter wie Kunden zufrieden sind, aber einem so langsam die Ideen ausgehen und keine Weiterentwicklung mehr stattfindet. Vielleicht muss man sich einfach immer Steve Jobs Aufruf, “Stay hungry. Stay foolish”, vergegenwärtigen.

Was hat das jetzt mit diesem Blog, dieser Website und dieser Agentur zu tun? Vieles. Denn die Gedanken, die hier stehen, sind in die Gründung mit eingeflossen. Es sind Themen (neben vielen anderen spannenden Dingen, wie Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldung, Belegwesen), die uns beschäftigt haben. Themen, bei denen wir uns gefragt haben, welche zukünftige Agenturausrichtung macht am meisten Sinn?

 

 

RIGHT THOUGHTS. RIGHT ACTION. RIGHT WORDS.
Wir wollen Teil der Veränderung und Teil der Lösung sein. Dabei sein, wenn Marketing und Kommunikation Neuland betreten. Mitsingen, wenn “Mach neu” von Peter Fox aus den Boxen dröhnt. Also bitte wieder auf “Play” klicken und lauschen, während wir zum Schluss kommen.

Wir haben uns gefragt, ob es nicht einen neuen Agenturentwurf braucht. Einer der Kommunikation nicht fragmentiert und auf das Gesagte reduziert, sondern als Summe alle Aktionen, die von Unternehmen und Marken ausgehen, betrachtet. Klingt kompliziert, ist aber ganz banal: Ankündigen können Sie viel, wenn Sie nicht liefern, bleiben es unerfüllte Versprechen. Deswegen wollen wir mit unserem Ansatz, Mut für Taten machen. Denn die glaubwürdigste Art und Weise etwas zu sagen, ist, indem Sie einfach das tun, was Sie sagen wollten. Sie liefern durch Ihre Tat den Beweis und wir helfen Ihnen diese Beweise so gut wie möglich zu inszenieren und zu kommunizieren. Genau das meinen wir mit Actvertising.

 

(tl;dr) Gründen ist wie mit verbundenen Augen Achterbahn fahren: Es fordert einen, macht aber auch Spaß, weil man nie weiß, was als nächstes kommt. Im Marketing und in der Kommunikation werden gerade einige alte Zöpfe abgeschnitten. Wer einen Neuanfang sucht, für sich selbst, seine Marke oder seine Kommunikation oder sich einfach nur mal austauschen will, der stößt bei BLOOD auf offene Ohren.